Egal, Malle ist nur einmal im Jahr… (?)
Egal, Malle ist nur einmal im Jahr… (?)

Egal, Malle ist nur einmal im Jahr… (?)

Da ich mir dachte, endlich mal mit einer Mallorca – Reihe anzufangen, hab ich mir überlegt erst einmal einen allgemeinen Beitrag zur Insel zu schreiben, bevor ich mit Detailberichten beginne.

Seit 2010 fliegen wir im Frühjahr fast jährlich auf die Insel (mit Ausnahme der Corona- Jahre und einen Jahr an der Costa Blanca). Darüber hinaus hab ich mich im Jahr 2018 auch mal eine Saison als Guide verdingt. Darum denke ich, dass ich einiges zum Radfahren auf Mallorca erzählen kann.

In eine GCN Beitrag wurde mal gesagt: ‚wenn man sich einen Rennrad – Freizeitpark ausdenken würde, würde er wie Mallorca aussehen‘. Das trifft es so ziemlich genau, auch wenn sich über die Jahre einiges geändert hat. Mallorca gilt nach wie vor als das beliebteste Reiseziel für Rennradurlaub in Europa – und das aus gutem Grund. Die Baleareninsel bietet eine beeindruckende Vielfalt an Landschaften, ein gut ausgebautes Straßennetz, angenehmes Klima und eine radsportfreundliche Infrastruktur. Sowohl Hobbysportler als auch ambitionierte Amateure und Profis finden auf Mallorca ideale Bedingungen für ausgedehnte Touren, Trainingslager oder einfach nur einen aktiven Urlaub auf zwei Rädern.

Einer der größten Vorzüge Mallorcas ist die abwechslungsreiche Topografie. Während der flache Süden und die zentrale Ebene „Es Pla“ entspannte Ausfahrten durch Felder, Olivenhaine und kleine Dörfer ermöglichen, lockt im Nordwesten die Serra de Tramuntana mit anspruchsvollen Anstiegen, Serpentinen und spektakulären Ausblicken. Besonders beliebt sind Strecken wie die Auffahrt zum Puig Major, der höchste Berg der Insel, oder die kurvenreiche Abfahrt nach Sa Calobra, die als eine der schönsten, aber auch herausforderndsten Radstrecken Europas gilt. Natürlich sollten auch die Tankstelle am Coll de Sa Bataia, der Coll de Feminia und das Kloster Lluc den meisten Radfahrern ein Begriff sein. Letztendlich zählt auch die Straße zum Cap de Formentor zu den must seen Spots, auch wenn sie für diejenigen, die in Palma oder Arenal abgestiegen sind, nur schwer zu erreichen ist.

Das milde Klima ist ein weiterer Pluspunkt. Von Februar bis Mai und im Herbst herrschen ideale Bedingungen zum Radfahren: wenig Niederschlag, angenehme Temperaturen und blühende Landschaften machen diese Jahreszeiten besonders attraktiv. Während es in den Sommermonaten oft zu heiß zum Radfahren sein kann, wird die Insel im Frühling zur Hochburg des Radsports. Viele Profi-Teams nutzen Mallorca als Trainingslager, was die Qualität der Infrastruktur zusätzlich fördert. Deren Zeit ist aber meist früher als die der Hobbysportler.

Zahlreiche Radreiseveranstalter haben sich auf Mallorca niedergelassen und bieten Komplettpakete an – inklusive Mieträdern, Tourenplanung, Transfers und geführten Ausfahrten. Auch viele Hotels haben sich auf Radsportgäste eingestellt. Fahrradkeller, Werkstätten, Waschstationen und gesunde, sportlergerechte Verpflegung gehören in vielen Unterkünften zum Standard. Wer sein eigenes Rad nicht mitbringen möchte, findet vor Ort hochwertige Leihräder, die auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden können.

Die Hauptstraßen auf Mallorca sind überwiegend in sehr gutem Zustand, und die Rücksicht der Autofahrer gegenüber Radfahrern ist im Vergleich zu anderen Regionen Europas oft positiv auffallend. Neben den Hauptstraßen führen viele kleine Landstraßen (Camis) durch idyllische Landschaften, vorbei an Windmühlen, Mandelbäumen und traditionellen Steinhäusern. Die Inselregierung unterstützt den Fahrradtourismus aktiv und achtet auf eine gute Verkehrsinfrastruktur sowie auf die Erhaltung naturnaher Routen.

Auch wenn das Tramuntana im Nord- Westen das markanteste und höchste Gebirge der Insel ist, wird bei genauerer Betrachtung klar, das die zentrale Ebene „Es Pla“ von insgesamt 3 Gebirgszügen umringt ist. Im Süd- Osten befinden sich die Serres de Llevant und im Süd- Westen der Puig de Randa mit seinen Ausläufern. Nicht zuletzt aufgrund dieser topographischen Aufteilung hat sich der Küstenstreifen von Port de Pollenca bis Can Picafort im Nord- Osten zum Hotspot entwickelt, wenn es um die Frage geht wo man sich sein Hotel sucht. Im Frühjahr sind hier so viele Rennradler unterwegs, dass man spätestens am 2. Tag aufhört zu grüßen, da man sonst einfach nicht fertig wird damit. Lediglich die schiere Anzahl an Hotels an der Playa de Palma sorgt dafür, dass sich hier ein zweiter, kleiner Hotspot befindet. Jedoch muss man wissen, wenn man dort unterkommt, dass man jeden Tag erst einmal über einen Berg muss oder durch den Stadtverkehr von Palma. Zusätzlich ist zu wissen, dass meist Ende April der „Bierkönig“ eröffnet. Ab diesem Moment muss man sich dann den „Ballermann“ mit den Partytouristen teilen.

Überhaupt ist die Frage nach dem „Wann“ eine, die auch nach 15 Jahren bei uns immer noch jedes Jahr heiß diskutiert wird. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Saison im Februar beginnt. Wir haben es noch nie gewagt so früh zu fliegen, dennoch soll es im Allgemeinen da zwar kühl sein (lang – lang Wetter) aber sonnig und trocken. In den frühen Jahren waren wir oft im März um das Winterhalbjahr abzukürzen. Gefühlt ist aber der März anfangs eher regnerisch und zum Ende meist windig. Dank Zwift und Co. wurde dann über die Zeit die Wintersaison in Deutschland erträglicher, so dass wir nach und nach den Zeitpunkt nach hinten verschoben haben. Ab April stabilisiert sich das Wetter. In den meisten Jahren konnten wir hier schon komplett kurz – kurz fahren und mit „Leistungsstreifen“ auf Armen und Beinen wieder kommen. Am letzten April Wochenende ist „Mallorca 312“ da wird es dann etwas voller mit Radfahrern und meist auch etwas teurer. Auch die Osterferien sind zu beachten, da dann auch traditionell Senioren mit ihren Enkeln in Mietwagen die Insel unsicher machen. Ab Mai wird es dann nochmal richtig voll, wenn es um die Mietwagen Touristen geht, was dann sehr häufig nicht mehr schön ist. „Leider“ haben diese meist die gleichen Ziele wie wir Radfahrer (was man ihnen natürlich auch nicht verdenken kann). In diesem Jahr waren wir in der ersten Mai Woche dort. Bei meiner Ausfahrt zum Cap de Formentor bin ich ca. 3km vorm Leuchtturm umgekehrt, da sich dort das Stauende der Autos befand und ich mich nicht durch den Stau drängeln wollte. Ein ähnliches Verkehrsaufkommen gab es auf dem Weg nach Sa Calobra, was mich dann ebenfalls dazu bewegte die Route zu ändern.