Ein Radtrainingslager in einem idyllischen Bergdorf in den Dolomiten, in Kombination mit Strecken über atemberaubende Pässe und leckerem italienischem Essen. All das bietet Corvara in Südtirol. Positiver Nebeneffekt ist, dass Corvara auf ca. 1600m liegt und quasi der tiefste Punkt des Trainingsgebietes ist. Damit ist ein Trainingslager dort schon ein richtiges Höhentraining für uns Flachländer.
Corvara liegt im Herzen des UNESCO-Welterbes Dolomiten und ist im Sommer ein beliebter Ausgangspunkt für Radsportler, die ihre Fähigkeiten verbessern und die Schönheit der Alpen erleben möchten. Einziger kleiner Haken, den wir 2024 kennenlernen mussten – die Saison dort beginnt meist erst ab Anfang Juni. Davor (im Mai) ist die Gegend mehr oder weniger „ausgestorben“ und nur Weniges ist geöffnet, was z.B. auch zu einem Problem werden kann, wenn man während der Tour irgendwo einkehren möchte. Abgesehen davon ist die Gegend perfekt auf uns Radfahrer eingestellt. Lediglich die Gravity Fraktion ist Stand heute noch ein bisschen unterrepräsentiert, aber im Kommen.
Vom Wetter her ist es ein perfektes Urlaubsgebiet für den Sommer. Aufgrund der Höhe wird es auch im Hochsommer nicht wirklich zu heiß, wobei man aber immer bedenken muß, dass man im Hochgebirge ist, wo alles passieren kann. Im August 2025 habe ich nach einigen Tagen mein Lager dort wieder abgerissen, da sich dort ein Regengebiet eingenistet hat. Ab Ende September bis Mitte Mai kann es in diesen Höhenlagen (speziell auf den Pässen) auch schon mal schneien.
Die Namen der Pässe in der Umgebung lesen sich wie das How is How der Dolomitenpässe. Nach Westen gehts übers Grödner Joch (2121m) und weiter zum Sellajoch (2218m). Die südliche Ortsausfahrt führt über den Campolongopass (1875m) und weiter zum Pordoijoch (2239m). Im Osten reihen sich noch der Valparolapass (2168m) und der Falzaregopass (2105m) auf. Und das sind nur die Pässe in nächster Nähe. Je nach Leistungsklasse sind noch viele mehr erreichbar. So sind z.B. auch die 3 Zinnen (Auronzo Hütte auf 2320m als höchster mit dem Rennrad befahrbarer Punkt) oder der Fedaia Pass (2057m), direkt an der Marmolada in Reichweite. Auch der legendäre Passo di Giau (2236m) gehört in diese Reihe.
Zwei, drei Mal im Jahr gibt es in der Gegend auch Bikedays an denen die Pässe nur für Fahrräder freigegeben sind. Interessant für alle, die die Landschaft ohne den Motoradlärm genießen wollen, der leider für die Alpen im Sommer typisch ist. Der Sellaronda Bikeday ist immer einmal Anfang Juni und einmal Anfang September. Sellaronda führt ums Sella Massiv herum, also (im Uhrzeigersinn) über Campolongo, Pordoi, Sella und Grödnerjoch. Die 53km Runde wechselt jedes Mal die Richtung und an den Bikedays gibt es zusätzlich auch Shuttlebusses, medizinische- und technische Hilfe. Ende Juni findet auch immer der Dolomites Bike Day statt. 51km über Campolongo, Falzarego und Valparola.
Für die Mountainbiker gibt es ein weitreichendes Streckennetz. Ein guter Anfang kann erst einmal die ausgeschilderte Strecke vom „Hero“ sein, natürlich nicht gleich alles auf einmal ;-).
Corvara bietet Unterkünfte in den verschiedensten Preisklassen, angefangen von preiswerten Ferienwohnungen bis hin zum Luxushotel im gehobenen Preissegment. Buchungsportale können bei der Suche helfen, aber erfahrungsgemäß ist die direkte Buchung über die jeweilige Webseite meist günstiger. 2025 war ich mit dem Kleinbus auf dem Campingplatz direkt vor den westlichen „Stadttoren“. Dieser war auch, mit allem was nötig ist, ausgestattet und eine relativ preiswerte Alternative. Diverse Radshops in der Gegend bieten auch alles was man braucht, bis hin zur Radmiete. Nur Schnäppchen darf man hier natürlich nicht erwarten, wie auch in anderen Rad- Urlaubsgebieten.
